Presse - Heinz Schmitz Ringen

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Baustein Zwillingskarriere

Wenn sportlicher und beruflicher Erfolg parallel aufwachsen

„Erfolg ist nie die Leistung eines Einzelnen, sondern stets das Resultat gemeinschaftlicher Arbeit und Förderung.“ Mit dieser Aussage trifft Dr. Arnd Schmitt, zweimaliger Olympiasieger im Degenfechten, die Zwillingskarriere auf den Punkt.
Als Teil des Projekts „Wirtschaft und Leistungssport“ erhalten junge Athletinnen und Athleten damit die Chance, parallel an ihrer sportlichen und beruflichen Karriere zu arbeiten und jeweils maximale Erfolge zu erzielen. Um beide Karrieren wie Zwillinge nebeneinander wachsen zu lassen, entwickelt die Sportstiftung NRW gemeinsam mit den Teilnehmenden und ihren Trainern individuelle, langfristige Lebensplanungen. In diesen sind neben sportlichen Maßnahmen auch ein Studium und Präsenzphasen in einem ausgewählten Wirtschaftsunternehmen integriert. Während ihrer Ausbildung oder ihres Studiums werden die Sportlerinnen und Sportler intensiv und individuell von Mentoren aus der Wirtschaft begleitet. Voraussetzung für eine Zwillingskarriere ist neben einem guten Schulabschluss die Bereitschaft zur Mehrfachbelastung und ein Gespräch mit der Laufbahnberatung des betreuenden Olympiastützpunktes.

Die Zwillingskarriere in der Praxis

Wirtschaft & Leistungssport – Laura Mertens, Deutsche Meisterin im Ringen und WM-Teilnehmerin, meistert als Ergotherapeutin bei medicoreha den Spagat zwischen Spitzensport und beruflicher Karriere.

Film: Medicoreha Neuss
RP Erkelenzer Land.

Ringen: Das große Hobby von Greta Lürkens, Heidi Morjan sowie Lilli und Anna Titze ist das Ringen - dem wird alles untergeordnet. Ob es für das Quartett irgendwann sportlich auch mal so weit geht, das steht zwar noch in den Sternen, aber vom Einsatz her ist es auf dem richtigen Weg.
Von Hendrike Gierth

Dass es sich lohnt, für seine Träume zu kämpfen, das erleben Greta Lürkens, Heidi Morjan sowie Lilli und Anna Titze fast tagtäglich: Gleich auf der Nebenmatte in der kleinen Ringerhalle des AC Ückerath trainieren mit Nina Hemmer, Aline Focken und Laura Mertens drei große Vorbilder, die es zum Teil schon bis zu den Olympischen Spielen geschafft haben. Mehrmals wöchentlich machen sich die jungen Mädels aus Hückelhoven auf den Weg nach Dormagen, wo sie am Landes- und Bundesstützpunkt beim AC Ückerath trainieren. Knapp 70 Kilometer pro Fahrt nehmen die Mädels und ihre Eltern dafür auf sich, oft geht es von der Schule direkt ins Auto, dann zum Training und abends wieder zurück. "Das ist schon ein enormer Zeitfresser", versichert Iris Lürkens, deren Tochter Greta aufs Erkelenzer Cusanus-Gymnasium geht und dort dreimal in der Woche lange Schule hat, "da bleibt vieles auf der Strecke."      
Deshalb hat sich die 14-jährige Anna für einen anderen Weg entschieden: Sie wechselte zur Bertha-von-Suttner-Gesamtschule nach Nievenheim in eine Sportklasse, wo sie nun ihren Sport und die Schule noch besser verknüpfen kann. Morgens fährt sie mit Mama Corina, die in Düsseldorf arbeitet, bis nach Neuss, von dort geht es dann mit der Bahn weiter nach Nievenheim. "Etwas Vergleichbares gibt es bei uns in der Nähe nicht", sagt Corina Titze, "das ist ein sehr gutes System, in das ich großes Vertrauen habe." Von der vielen Fahrerei befreit ist Corina Titze deshalb aber nicht, immerhin will ja auch Tochter Lilli regelmäßig zum Training nach Dormagen.
Darüber keine Gedanken machen muss sich Rita Morjan, ihre 15 Jahre alte Tochter Heidi ist noch einen Schritt weitergegangen: Nach den Sommerferien verließ sie ihr Elternhaus in Wassenberg und bezog ein Zimmer im Sportinternat am Gymnasium in Knechtsteden. Dort lebt sie nun unter der Woche mit 34 anderen hoffnungsvollen Talenten anderer Sportarten, profitiert von den professionellen Strukturen. "Die Initiative ging allein von Heidi aus", versichert Rita Morjan, "ich bin sehr froh, dass sie ihren Sport hat und das Ganze auch so ernst nimmt." Dabei fing alles ganz harmlos an: Die ersten Schritte auf der Ringermatte machten die Mädels beim TKV Hückelhoven - quasi direkt vor der Haustür. "Und dann sind wir da nach und nach einfach reingewachsen", erklären die drei Mütter unisono, "angedacht war ja mal, dass wir nur einmal in der Woche nach Dormagen fahren - jetzt fahren wir fast täglich." Für die Mütter ist das allerdings selbstverständlich: "Wir tragen alle unseren Teil dazu bei - und den Teil, den wir erfüllen, ist nur ein kleiner. Bemerkenswert ist eigentlich, dass die Mädels das schon so lange durchhalten, denn die müssen sich am meisten einschränken", sagt Iris Lürkens.
Quelle: RP

  
RV-NRW im Gespräch mit Henning Heinrichs
Geschrieben von Thomas Mayer

Nicht viele Mitglieder und Anhänger des Ringerverbandes NRW kennen ihn. Nichtsdestotrotz erfüllt Henning Heinrichs (41) eine wichtige Funktion für den Ringkampfsport in unserer LO. Der aus der Leichtathletik (Zehnkampf) kommende Diplom-Sportwissenschaftler ist nämlich seit knapp drei Jahren Leiter des Sportinternats in Dormagen-Knechtsteden und somit für die schulische, aber auch sportliche Laufbahn einiger unserer Athletinnen (mit-)verantwortlich.
Zur Internatsleiterstelle gelangte Henning über Umwege. Nach dem Studium arbeitete er zuerst in anderen Bereichen, so z.B. als Leichtathletik-Stützpunktleiter Düsseldorf, als Sportlehrer am altehrwürdigen Humboldt-Gymnasium (ebenfalls in Düsseldorf) oder als Sporttherapeut in Neuss. Interesse am Ringen verspürte er bereits früher, so hatte er schon als Zuschauer an der Matte des KSK Konkordia Neuss gesessen, als dieser noch in der 1. Bundesliga um Punkte kämpfte. Heute sieht man ihn – und das ist seinem Beruf geschuldet – beim alljährlich an Pfingsten stattfindenden Hans-von-Zons-Turnier/Frauen-GP in der Dormagener TSV-Halle, wo er zeitweise auch mithilfe eines Infostandes für sein Sportinternat wirbt.

Der Ringerverband NRW sprach zuletzt mit ihm über seine Aufgabe.                                   

RV NRW: Henning, wie viele junge Ringerinnen sind augenblicklich bei dir im Internat?“
Henning: „Mit Lina Huisinga, Heidi Morjan und Lena Kaiser sind es aktuell drei. Sie sind alle erst in diesem Schuljahr zu uns gestoßen, so dass es uns gelungen ist, das Projekt „Ringen weiblich“ erfolgreich wiederzubeleben.“

RV NRW:  „Wie sieht die Koordination zwischen Schule und Leistungssport aus?“
Henning: „Die jungen Athletinnen durchlaufen eine normale Schulbildung. Da sie an verschiedenen Schulen sind, sind ihr Tagesrhythmus und der Stundenplan etwas unterschiedlich. Sie trainieren täglich, vorrangig natürlich am Stützpunkt in Dormagen. Hinzu kommt zusätzliches Athletiktraining in unserem Internat, wobei es sich hier oft um regenerative oder präventive Maßnahmen handelt. Hier kann ich mich aufgrund meiner Qualifikationen und früherer beruflicher Erfahrungen selbst aktiv ins Spiel bringen. Um die Sportlerinnen auch schulisch zu fördern, stehen täglich eine Hausaufgabenbetreuung sowie Nachhilfeunterricht zur Verfügung.“

RV NRW:  „Welchen Stellenwert hat bei euch der Ringkampfsport im Vergleich zu anderen Sportarten?“

Henning:  „Einen hohen. Das kommt daher, dass wir durch den Bundesstützpunkt und die schöne Trainingshalle hervorragende Bedingungen vorfinden.“

RV NRW: „Welche anderen Sportarten werden noch bei euch gefördert?“

Henning:  „Die insgesamt 36 Internatsplätze verteilen sich neben dem Ringen momentan auch auf Fechten, Leichtathletik, Handball männlich und weiblich sowie Taekwondo.“

RV NRW: „Was sind deine Ziele?“

Henning:  „Trainer Christoph Ewald hat zuletzt im Interview gesagt, dass er den Stützpunkt Dormagen zur Nr. 1 im Frauenringen machen will. Dies kann ich nur unterstreichen. Als Sportinternat wollen wir hierbei als Top-Adresse für weiblichen Ringkampfsport und dessen Förderung wahrgenommen werden.“

RV NRW:  „Vielen Dank, Henning, und weiterhin viel Erfolg bei deiner Tätigkeit!“

  
Christoph Ewald hat viel vor
Geschrieben von Thomas Mayer

Seit ziemlich genau einem Jahr ist Christoph Ewald (auf dem Foto neben Spitzenathletin Laura Mertens) Stützpunkttrainer für den Frauenbereich in Dormagen. Nun war es an der Zeit, mit dem Deutschen Freistilmeister von 2012 (55 kg) über seine Arbeit, seine Methoden und Ziele zu reden.           

RV NRW: „Christoph, hast du dich mittlerweile in deiner neuen Heimat und unserem Landesverband gut eingelebt?“     

Ewald: „Ich habe mich sogar sehr gut eingelebt, denn die Vereine und das gesamte Umfeld haben es mir sehr leicht gemacht, mich schnell wohl zu fühlen. Außerdem habe ich schon früher am Rhein gewohnt, somit hat sich für mich ohnehin nicht allzu viel geändert.“

RV NRW: „Warst und bist du denn zufrieden mit den Voraussetzungen, wie du sie in Dormagen angetroffen hast?“

Ewald: „Definitiv. Die Halle ist super und es sind alle Voraussetzungen erfüllt, um aus jungen und ehrgeizigen Ringerinnen gestandene Athletinnen zu machen.“

RV NRW: „Was hat sich denn unter deiner Leitung geändert?“

Ewald: „Ich trainiere die Top-Ringerinnen teils achtmal die Woche, manchmal sogar öfter. Häufig gehe ich selbst noch mit auf die Matte und investiere, da ich sehr flexibel bin, auch eine Menge Zeit in Individualtraining. So begleite ich unsere Sportlerinnen regelmäßig auch zu Trainingseinheiten bei benachbarten Vereinen, um diesen regelmäßige Trainingspartnerwechsel zu ermöglichen.“

RV NRW: „Von wem erhältst du tatkräftige Unterstützung?“

Ewald: „Bundestrainer Patrick Loes hat mich von Beginn an bestens unterstützt und tut dies auch heute noch. Wir arbeiten nach wie vor sehr gut und eng zusammen. Hinzu kommen Leute wie Hans-Georg Focken, Heinz Schmitz oder Lisa Hug, die dafür sorgen, dass das Gesamtpaket stimmt.“

RV NRW: „Was sind deine sportlichen Ziele?“

Ewald: „Erst einmal möchte ich mein Diplomtrainer-Studium erfolgreich beenden. Es ist weiterhin mein Ziel, Athletinnen an die absolute Spitze zu führen, dort zu etablieren und für internationale Aufgaben vorzubereiten. Auch müssen wir daran arbeiten, den Stützpunkt Dormagen zum stärksten Frauenstützpunkt in Deutschland zu formen.“

Christoph Ewald hat also noch Einiges vor. Drücken wir ihm die Daumen, dass er seine Ziele erreichen kann. Wir im Ringerverband NRW dürften und würden uns sehr darüber freuen.
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